So erkennen Sie gutes Olivenöl:

Die Auswahl an Ölen ist auch in den Supermärkten groß, und die Bezeichnung "extra vergine" und "kalt gepresst" findet sich an jeder Ecke. Daran ist ein gutes Öl jedoch längst nicht mehr alleine erkennbar. Wir müssen uns hier also etwas genauer damit befassen. Zunächst einmal sei festgestellt, dass eine frühe Ernte noch nicht ganz reifer, fester Oliven und ein möglichst kurzer Weg bis zur Pressung, direkt vom Baum zur Mühle, zwar deutlich weniger Menge, aber eine erheblich bessere Qualität bringt. Entgegen den sehr reifen Oliven, die dann noch etwas länger liegen bleibe um den Ertrag an Öl zu vergrößern, riecht die gute Qualität gar nicht mal typisch nach Oliven, sondern entfaltet ein Aroma von Schärfe, Frucht und Pfeffer, nach Gras, Beeren und manchmal auch nach Zitronen.

In der Regel können nur kleinere Betriebe so eine Qualität in kleinen Mengen erzeugen. Damit rechtfertigt sich auch der Preisunterschied zum Supermarkt. Die Pflege der Bäume, deren Erntemenge bei etwa 20 kg - also etwa drei bis vier Liter Öl - liegt, braucht viel Personal. Die Ernte muss zudem sehr schnell erfolgen. Auf den Boden fallen darf hier auch nichts, das würde den Geschmack deutlich verfälschen.

Die Herkunftsbezeichnung D.O.P., zum Beispiel bei italienischen Ölen, ist sicher ein guter Hinweis auf Qualität, jedoch tragen nicht alle guten Hersteller diese Bezeichnung auf dem Etikett. Es bleibt letztlich nur der eigene Test. Riecht es zu sehr nach Oliven, sollten Sie also skeptisch sein. Vertrauen Sie lieber auf ein angenehm adstringierendes breitgefächertes Aroma.

Die Herkunft spielt keine entscheidende Rolle. Ob Italien, Griechenland, Spanien oder Portugal. Jede Region hat bei den Top-Ölen seine eigenen typischen Aromen. Die Herkunft der billigen Öle aus dem Supermarkt ist meist mit "EU" angegeben. Der gegenseitige Handel der Südländer mit Ölen floriert recht stark. Nicht selten sind ganze Schiffe mit Oliven von Griechenland nach Sizilien oder umgekehrt unterwegs. Die Herkunft richtet sich gesetzlich nach dem Ort an dem gepresst wird. Dem Verbraucher wird dann offenbart ein sizilianisches Produkt in Händen zu halten, obwohl die Oliven eventuell aus Marokko stammen. Auch in Spanien profitiert man häufig vom Oliven-Überschuss in Portugal. Meldungen über angebliche Ernteverluste treiben dann den Preis wieder etwas nach oben, glauben muss man hier aber nicht immer alles.

Lagern Sie das angefangene Öl am besten im Kühlschrank oder im dunklen Keller. Wenn es durch die Kälte etwas trüb oder gar richtig fest und grün wird, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, es klärt sich in der Wärme wieder auf.

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