Interview mit Andreas Sabisch, Inhaber der priotec GmbH

Interview mit Andreas Sabisch, Inhaber der priotec GmbH

Herr Sabisch, seit Anfang 2017 ist die Marke VINCENT BECKER Teil der priotec GmbH. Wie beurteilen Sie die Entwicklung dieses Geschäftsbereichs?

Nachdem es zu Anfang einige sehr große Hürden zu überwinden gab, bin ich nun mit der Entwicklung sehr zufrieden. Die Übernahme, die sich von Mai 2015 bis Ende 2016 mit einer Übergangslösung erstreckte, verlief nicht wirklich reibungslos. Vorgelegte Bilanzen und die Realität hätten kaum weiter auseinanderliegen können. Dennoch entschied ich mich Mitte 2017 mit der Marke weiterzumachen und diesen Bereich von nahe Null beginnend aufzubauen. Dass das Thema Feinkost in meinem Unternehmen eigentlich so gar nicht dazu gepasst hat, wurde zunächst vielerorts belächelt. Spätestens mit Beginn der Pandemie hat sich jedoch die Taktik der weit auseinanderliegenden Geschäftsthemen, als absolut richtig erwiesen. Diversivikation ist bei uns also nicht nur innerhalb einer Branche gegeben, sondern erstreckt sich über alle Themen, die mit unseren Resourcen abbildbar sind. 

Welche Themen sind aktuell für das Unternehmen wichtig?

Nach wie vor sind die priotec Klebebänder eine wichtige Marke auf dem Markt, und nach wie vor sind auch die Händler und die Bundesbehörden wichtige Partner. Im Lebensmittelbereich wurde neben dem Markenauftritt mit Wäldergut, mit heimischen Produkten, auch noch die Marke Whiskyport ins Leben gerufen. Whiskyport vor allem in Vorbereitung auf den in wenigen Jahren erscheinenden Whisky unseres schottischen Gin-Partners Isle of Skye Distillers. Als Dreh- und Angelpunkt hat sich aber auf jeden Fall Vincent Becker entwickelt. Hier konnten wir vor allem das Online-Geschäft deutlich ausbauen.

Welche Rolle spielen die Spirituosen mittlerweile für das Unternehmen?

Bei der Übernahme 2017 spielten diese noch kaum eine Rolle. Dann begannen wir mit einem kleinen Sortiment an ausgewählten Spezialitäten. Ende 2019 kam dann der Anruf von Philipp Fischer, der für die Isle of Skye Distillers als Exportmanager zuständig ist. Ein erster Versuch mit wenigen Flaschen Gin aus Schottland war ungewöhnlich schnell erfolgreich, und so entschied ich mich das etwas stärker zu verfolgen. Die Entscheidung war richtig. Schon bald konnten wir gute Erfolge bei den Endverbrauchern erzielen. Mittlerweile arbeitet Philipp Fischer auch für uns im Vertrieb und konnte nun auch zum Beispiel die trinkgut-Fillialen in NRW für uns mit den Misty Isle Gins und dem ebenfalls in Schottland für unsere Marke enGINeering gebrannten Edelgin gewinnen.

Welche anderen Bereiche sind noch wichtig?

Nachdem uns unser langjähriger italienische Lieferant des Limonen-Olivenöls ohne Vorwarnung hängen ließ, machte ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Öl. Es waren bestimmt Dutzende Öle die wir in unserem Büro verkostet haben, bis wir endlich in Griechenland bei green&blu fündig wurden. Auf diese neue Geschäftsverbindung wollen wir nun aufbauen. Aber auch die Unterwasserweine von Crusoe Treasure aus der Biskaya wollen wir noch stärker im Markt etablieren. Auch mit allen anderen Lieferanten wollen wir die Geschäfte noch mehr ausbauen. Dabei setzen wir gezielt auf außergewöhnliche Produkte. 

Wird es den Vincent Becker Jahreskatalog weiterhin geben?

In den vergangenen beiden Jahren hatten wir uns bereits auf den Versand des Jahreskatalogs reduziert. Die Kosten für den Versand und die Aspekte des Umweltschutzes sind hier sicher ausschlaggebend gewesen. Mit dem Online-Blätterkatalog kann nun auch der Jahreskatalog online betrachtet werden. Dennoch wollen wir noch nicht ganz auf den gedruckten Katalog verzichten. Zu viele Kunden bevorzugen diesen immer noch und behalten diesen auch meist bis zum erscheinen des nächsten Katalogs. Im Vergleich zu den Massen an unsinnigen Prospekten, die wir täglich in unserem Briefkasten finden, erscheint mir unser Katalog also noch als vertretbar.

Wie beurteilen Sie die Preisentwicklung bei Ihren Produkten?

Der weltweit enorme Anstieg der Frachtpreise, die Pandemie und auch politische Entwicklungen wie der Brexit, tragen zu höheren Preisen bei. Wir können hier nur hoffen, dass sich diese Spirale bald bremsen lässt. Im Betrieb optimieren wir die Abläufe ständig um die Kosten gut im Griff zu haben. Dennoch müssen auch wir unsere Preise nun ständig anpassen. Mehr bleibt uns in dieser Situation leider nicht.

Wie hat sich die Belegschaft entwickelt?

Mit der Verlagerung der Geschäftsanteile hin zum Endverbraucher, hat sich der Aufwand an Personal zunächst erhöht. Durch Verbesserungen in der Auftragsabwicklung und vor allem auch in der Lagerwirtschaft, konnten wir das aber gut ausgleichen. Auf unsere direkten Ansprechpartner für die Kunden, Gerlinde Schneider, Alina Danner und Philipp Fischer, bin ich sehr stolz. Das gilt auch für unsere Mitarbeiter im Versand, die alles dafür tun, die Kunden schnell und mit guter Qualität zu beliefern. Die täglich sehr positiven Bewertungen unserer Kunden über Trusted Shops (4,98 von 5,00), bestätigen das eindrucksvoll.

Hatte die Pandemie Auswirkungen auf die Firma?

Wir können glücklich sein und wurden von größeren Ausfällen verschont. Covid hat uns dennoch einiges an Aufwand abverlangt. Aber das ist alles als ganz kleines Übel zu betrachten, solange alle Mitarbeiter gesund bleiben. Geschäftlich gesehen konnte der Lebensmittelbereich die Rückgänge im Klebeband-Bereich in etwa ausgleichen. Hoffen wir nun einfach auf ein baldiges Ende und auf einen glücklichen Sommer 2022.

Was sind die nächsten Ziele?

Immer etwas Besonderes anbieten zu können, ist und bleibt unser Anspruch. Deshalb sind wir auch ständig auf der Suche nach neuen Spezialitäten. Die Kundinnen und Kunden sollen sich auch weiterhin bei uns gut aufgehoben fühlen. Im Verpackungsbereich arbeiten wir weiter an umweltgerechteren Lösungen. Hier werden wir aber künftig auch unsere Lieferanten stärker in die Pflicht nehmen.

Das Interview wurde geführt von Katharina Jansen


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