Interview mit Andreas Sabisch, Geschäftsführer der priotec GmbH

Interview mit dem Geschäftsführer der priotec GmbH, Andreas Sabisch, dem neuen Inhaber der Marke VINCENT BECKER®

Herr Sabisch, seit Anfang 2017 ist die Marke VINCENT BECKER® Teil der priotec GmbH. Welche Ziele verfolgen Sie mit der Erweiterung im Bereich Feinkost?

Oft genug werde ich darauf angesprochen wie die unterschiedlichen Themen bei uns zusammenpassen. Der Ursprung der priotec GmbH war zunächst rein im Bereich Consulting angesiedelt. Die Förderung junger Unternehmer als ganzheitliches Konzept in allen Geschäftsbereichen war anfänglich ein Erfolgsmodell. Mehr noch waren es aber alte Verbindungen die sich dadurch an eine gute Zusammenarbeit erinnerten, die mich wieder zum Thema Selbstklebetechnik und eine Belieferung der Bundeswehr führten. Hier konnten wir zusammen mit einer Partnerfirma nun bereits zum zweiten Mal erfolgreich die Ausschreibungen gewinnen. Parallel wurde das sogenannte „Panzerband“ zu einem Verkaufshit im Endverbrauchermarkt. Die Bundeswehr-Ausschreibungszyklen dauern in der Regel drei bis vier Jahre. Dann geht das große Schwitzen wieder los. Ich tat also gut daran, mich noch nach weiteren Standbeinen umzusehen. Ein Lager war vorhanden, Erfahrung im Handel natürlich ebenfalls. Die Neigung zu gutem Essen und Trinken hat selbstverständlich auch eine Rolle gespielt als ich mich mit Wolfgang Friedrich zur Übernahme der Marke VINCENT BECKER® einigen konnte.

Und das dritte Thema „Schwarzwald-Team“? Was hat es damit auf sich?

Zusammen mit meinem langjährigen Bekannten Harald Modispacher entstand in geselliger Runde die Idee mal bei einer 24-Stunden-Wanderung mitzumachen. Aber alles war ausgebucht und der geschäftliche Instinkt sagte uns, dass wir das selbst anbieten könnten. Gesagt getan, nach kurzer Zeit nahmen wir die ersten Events testweise in Angriff. Alles war gut und alle Teilnehmer waren glücklich. Das motivierte uns an dem Thema weiterzumachen.

Aber wie passen die drei so unterschiedlichen Themen nun letztlich zusammen?

Müssen sie das? Aus meiner Consulting-Zeit habe ich gelernt, dass man Tellerränder nie als Begrenzung sehen sollte. Die Suppe tut das ja schließlich auch nicht, wenn sie überschwappt. Aber dennoch sehe ich Zusammenhänge: Das Thema Schwarzwald soll künftig auch bei Vincent Becker nicht zu knapp kommen. Mit einem unserer Lieferanten, dem Baron Droste-Hülshoff mit seinen wunderbaren Likören, sind wir bereits im Gespräch um seine Lamas in Trekkingtouren des Schwarzwald-Teams mit einbinden zu können. Da sind wir dann im Outdoor-Bereich in dem ein „Panzertape“ immer gebraucht werden kann. Es passt also doch irgendwie, oder?

Wird der Produktbereich von VINCENT BECKER® verändert?

Die Linie die Wolfgang Friedrich erfolgreich eingeführt hat werden wir natürlich beibehalten. Das zeigt sich bereits mit den neuen Katalogen die bereits aus dem Marketing der priotec GmbH stammen. Herr Friedrich wird ja auch weiterhin als „Food-Scout“ unterwegs sein und ich bin mir sicher, dass er für uns noch viele leckere Feinköstlichkeiten ausfindig machen kann. Ich freue mich jedenfalls schon darauf. Ich liebe es neues ausprobieren zu können. Beim Essen und Trinken natürlich ganz speziell.

Welche Kunden-Bereiche sollen künftig am stärksten angesprochen werden?

Das Online-Geschäft steht heutzutage natürlich im Focus und wird entsprechend ausgebaut. Aber mit unseren neuen Katalogen sind wir auch sehr erfolgreich. Zuletzt hatten wir einen Gesamt-Jahreskatalog und einen kurzen Weihnachtskatalog geplant. Es kann aber gut sein, dass wir aus dem Weihnachtskatalog doch noch einen zweiten Gesamtkatalog Herbst/Winter machen. Bestimmte Kundengruppen wollen wir aber nicht herausfiltern – wir lieben schließlich alle Kunden!

Wird es Änderungen bei den Lieferanten geben?

Bei den bestehenden weitestgehend nicht. Zumindest nicht solange unsere Mitbewerber nicht größere Vorteile genießen als wir selbst. Sprungbrett für andere wollen wir nicht sein, denn einem Lieferanten zum Erfolg zu verhelfen darf ruhig auch langfristig honoriert werden. Aber es kommen sicherlich noch einige neue dazu. Im Bereich Spirituosen wollen wir uns noch ebenso deutlich verstärken wie auch im Bereich der einheimischen Weine aus den Regionen Markgräflerland, Kaiserstuhl, Ortenau und dem benachbarten Elsass. Das hat viel Potential und liefert hervorragende Produkte die sich im Bundesgebiet und auch in Österreich und der Schweiz gut vermarkten lassen.

Zum Schluss noch die Frage: Was erwarten Sie vom ersten Jahr mit VINCENT BECKER®

Ich gehe davon aus, dass wir bereits im ersten Jahr eine schwarze Null einfahren können. An der Kostenschraube muss dazu noch etwas gedreht werden, möglichst aber ohne Nachteil für den Kunden. Das wird man aber alles erst im Laufe des Jahres sehen und entsprechend mit Weitblick reagieren. Da wären wir also wieder beim berühmten Tellerrand – hat ja auch etwas mit Essen zu tun.

Das Interview wurde geführt von Marcus Weiler

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